


Der Maler, Grafiker und Zeichner Thomas Grochowiak (1914-2012), machte 1932 eine Ausbildung als Werbegrafiker, studierte 1938-39 an der Werkkunstschule Dortmund. Von 1939-45 leistete er seinen Militärdienst ab. 1945 strandete Grochowiak in Lippe und gründete mit dem nach dem Krieg verbliebenen Vorsitzenden des LKB Karl Henckel und anderen „ernst zu nehmenden Künstlern“ in engem Austausch mit dem neuen Landespräsidenten Heinrich Drake und den britischen Behörden den neuen Lippischen Künstlerbund.
Ab 1950 leitete er die Ausstellungen bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, übernahm 1951-54 Lehrtätigkeiten, war 1954-80 Direktor der Museen in Recklinghausen und 1969-80 Direktor der Stadtgalerie Oberhausen. 1972 Professor. 1979-85 Päsident des Deutschen Künstlerbundes, 1985 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. … Ehrenmitglied im LKB.
Er arbeitete seine Gemälde bei lauter Musik in Schichten, die sich teils transparent überlagern und den Bildgrund durchscheinen lassen. Dabei verwendete er ausschließlich Tuschen.
Das Papier liegt plan vor dem Künstler; er erforscht, beobachtet die entstehende Arbeit im Umqueren, er greift von allen Seiten ein. Einzelne Partien werden mit Wasser ausgewaschen, andere werden – durch das Übereinanderlegen der Schichten – noch gehöht, so dass sich durchaus eine reliefartige Textur ergeben kann. Frottagestrukturen oder linienhafte Spuren erreicht Grochowiak, indem er mit Papier die feuchte Farbe wegnehmend wieder aufsaugt.
Die Rückseiten von Blättern, bei denen die Farbe durch das Papier gedrungen ist, können als Ausgangspunkt für neue Bilder fungieren.
„Thomas Grochowiaks Malerei ist getragen von Serenität, Gelassenheit, Grazie, ohne sich damit ins Leichtgenommene abzuheben; sie hat das Gewicht ihrer Reife in der Freiheit von allen tagesorientierten Präsentationen erlangt. Nicht von ungefähr ist ihm Mozart besonders nahe. Die Grazie, die elode Beschwingtheit, das Schweben, Wohllaut und tanzhafter Rhythmus. Aber nicht ins bloß Mitschwingende geraten die Bilder. Haben sie Mozarts Heiterkeit, so auch dessen Schwere. Das Dunkel ist auch im Lichtgerinsel gegenwärtig. Es gibt gewissermaßen den Generalbass, der die eigentliche Melodie um so leichter perlen zu lassen scheint“ schreibt Franz Joseph van der Grinten, aus dessen Feder die wichtigsten, einfühlsamsten Texte zu Grochowiaks Bildern stammen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Grochowiak
https://www.dotti-kunst-stiftung.de/werke/thomas-grochowaik.html
(Fu 24)


















