Wilhelm Schönlau

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Am 26.2.1935 als Sohn eines Landwirtes in Detmold-Remmighausen geboren, studierte Wilhelm Schönlau nach dem Abitur am altsprachlichen Gymnasium Leopoldinum I Detmold und der Gesellenprüfung im Maurerhandwerk Architektur, Archäologie, Philosophie und im Hauptfach Kunstgeschichte an den Universitäten Stuttgart und München. Die Tätigkeit während des Studiums als ungeprüfte wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität München und für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften fand anschließend ihre Fortsetzung in der Redaktionsmitarbeit für die »Bibliographische Kunst in Bayern«, einer mehrbändigen Zusammenfassung aller gedruckten Literatur über Architektur, Bildende Kunst und Kunsthandwerk in Bayern. Die nebenher betriebene wissenschaftliche Beschäftigung mit mittelalterlicher Glasmalerei in Bayern wurde nach familiär bedingter Rückkehr von München nach Detmold ergänzt durch die Tätigkeit als Dozent im Fach Architektur- und Kunstgeschichte an der Detmolder Volkshochschule und als Rezensent für die Tagespresse. Die Übernahme der Leitung der Volkshochschule der Alten Hansestadt Lemgo 1972 und der nach Ratsbeschluss im gleichen Jahr begonnene, 1976 abgeschlossene Ausbau der »Alten Abtei« in Lemgo zum Haus der Volkshochschule, boten und bieten die Möglichkeit, den Versuch zur Integration von zeitgenössischer Bildender Kunst in die Arbeit der Erwachsenenbildung/Weiterbildung zu unternehmen. Seitdem Treppenhalle und die sog. »Galerie«, das Dachgeschoss des 1583 errichteten und nach 1769 spätbarock umgebauten ehemaligen Adelspalais in der Breiten Straße in Lemgo zur Verfügung stehen, präsentieren die Mitglieder des Lippischen Künstlerbundes e. V. in den Jahresausstellungen neue Arbeiten und bieten den interessierten Ausstellungsbesuchern wie dem »Zwangspublikum«, d. h. jenen Hörern der Volkshochschule, die nicht der Bildenden Kunst wegen, sondern zum Besuch von Kursen in den Bereichen Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaft, Technik, Gesellschaft, Politik usw. in das Haus kommen, sich mit neuen bildnerischen Ideen und ihrer Realisation in Form und Farbe zu beschäftigen, auseinanderzusetzen, zu akzeptieren oder mit Argumenten abzulehnen. Neben den Jahresausstellungen des Lippischen Künstlerbundes unternimmt die Volkshochschule selbst wie in Verbindung und Zusammenarbeit mit anderen Trägern – so etwa mit der Lippischen Gesellschaft für Kunst e. V. – den Versuch, Anregungen aus allen Bereichen visueller Kommunikation ihrem Publikum zu bieten und damit u.a. auch den Mitgliedern des Lippischen Künstlerbundes Information und Anstöße zu vermitteln. Die Vorstellung und Überzeugung von der Einheit der Bildung, von der Einheit der Kultur motivieren die immer wieder und immer neu auf jeder Ebene aufzunehmende Arbeit mit dem Ziel, Bildende Kunst und Architektur, Literatur und Musik, Geschichte, Philosophie – kurz alle Bereiche geistiger Tätigkeit als Teile eines Ganzes erkennbar werden zu lassen.