Wilhelm Köster 1899 - 1981

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Wilhelm Köster wurde 1899 in Hemer/Westf. geboren. Er lebte und arbeitete als Maler und Graphiker in Horn-Bad Meinberg und starb dort 1981. Seit 1924 war er künstlerisch tätig und sein Arbeitsfeld war das Porträt, die Figur und die Landschaft. Er bevorzugte die Aquarell- und Ölmalerei und hinterließ auch eine Fülle von Handzeichnungen und Druckgraphik. Man kennt von ihm außerdem Arbeiten in Metall, Emaille und Holz. Die farbstarken expressionistischen Gemälde basieren auf naturalistischen Arbeiten früherer Jahre, und auch die Phasen ungegenständlicher Bilder verraten seine genaue Naturbeobachtung. Besonders seiner Aktivität verdankt der Künstlerbund 1946 sein Wiederaufleben. Es war eine schwere Zeit für die Künstler durch Materialknappheit und allgemeine Not. Der Zusammenhalt war jedoch nicht nur zweckgebunden, der regelmäßige Gedankenaustausch bedeutete für alle auch künstlerische Förderung. 1921-24 studierte er an der Werkkunstschule Dortmund bei den Prof. Bagdons, Herricht, Guggenberger und Gerwin und 1924-25 bei Prof. H. Stangl in München.

1946 übernimmt Wilhelm Köster den Vorsitz des Lippischen Künstlerbundes vom langjährigen Vorsitzenden Karl Henckel. Köster wird vorerst als geschäftsführender Vorsitzender eingesetzt und 1947 durch die ordentliche Mitgliederversammlung als Vorsitzender nach Karl Henckel bestätigt. Kösters Verdienst ist es, den Verein in den Wirren der ersten Nachkriegsjahre neu aufzustellen, ihm Struktur zu geben, die Mitglieder mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen und eine neue Gemeinsamkeit zu initiieren. Auch den neuen Themen und Tendenzen in der bildenden Kunst der Nachkriegszeit, dem Informel, der Abstraktion, steht Köster sehr aufgeschlossen gegenüber, regt die Mitglieder an, sich selbst mit den neuen Tendenzen zu befassen und präsentiert die Ergebnisse dieser suchenden Auseinandersetzung in aktuellen Ausstellungen, gleichberechtigt neben traditionellen Exponaten – nicht ohne damit entsprechende grundsätzliche Diskussionen und Auseinandersetzungen unter den Kolleginnen und Kollegen zu provozieren.

1962 wurde Wilhelm Köster zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Während seines langjährigen pädagogischen Wirkens war er Dozent für Kunsterziehung 1945-49 an der Pädagogischen Akademie Detmold, 1953-68 an der VHS Detmold, 1957-75 an der Fachhochschule Lippe. Er leitete 1949-1956 eine Arbeitsgemeinschaft zur Weiterbildung von Kunsterziehern in Bad Meinberg. Studienfahrten führten ihn nach Italien, Spanien und in die Schweiz.

Viele seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Besitz, so in den Museen von Bielefeld, Detmold, Hamm, Lemgo, Münster, Offenbach und in privaten Sammlungen.