Walter Kramme

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Der Maler Walter Kramme (1888-1949) machte zunächst eine Lehre in Dekorationsmalerei und studierte dann für vier Jahre an der Bielefelder Kunstgewerbeschule bei Ludwig Godewols, Landschaft und Stillleben.

1908/09 war er vorübergehend auch Schüler von Julius Diez in München. 1916/17 studierte er an der Münchner Akademie bei Peter v. Halm. Er arbeitete in München, Bielefeld und Frankfurt.

 

1920 ließ er sich in Detmold nieder und fand Anschluss an den damals noch sehr kleinen Lippischen Künstlerbund. 1926 gehen die ersten Aufträge der Landesregierung im Rahmen der vom LKB betreuten Aktion „Schulwandbilder“ u.a. an Walter Kramme. Krammes Bild soll für die Staatliche Bildergalerie angekauft werden.

 

Am 16.11.1945 nehmen Kramme und andere auf Einladung der Behörde an einem informellen Gespräch zur Neugründung des LKB nach dem Zweiten Weltkrieg teil. Kramme wohnte damals in der Hof-Apotheke in der Langen Strasse in Detmold. In der 1946 von der Lippischen Landesregierung unter Führung von Heinrich Drake ausgelobten Lippischen Kunstausstellung wählt der Ausstellungsleiter Karl Henckel Kramme in die Ausstellungsjury. Im August 1946 wird Kramme zweiter Vorsitzender des LKB.

Auf der LKB-Ausstellung 1947 in der Aufbauschule in Detmold ist Walter Kramme mit acht Arbeiten vertreten, zwei Ölmalereien, drei Pastellkreiden und drei Zeichnungen:

Wintertag in Lippe, Am Bodensee, Abendlandschaft, Schneewehen, Spaziergang am Königsberg, Schneegestöber am Doktorweg, Schneetreiben an der Werrestrasse, Industrie in Krefeld.

1948 wird er, u.a., als wichtiger regionaler Künstler in eine Behördenliste des Regierungspräsidenten in Arnsberg eingetragen. Im selben Jahr werden u.a. seine Bilder als Schmuck für die Räume des Regierungspräsidenten eingekauft und inventarisiert.

 

Zwischenzeitlich unternahm Kramme immer wieder Studienreisen im In- und Ausland. Ganz besonders muss ihn die Küste Dalmatiens beeindruckt haben, wo eine Anzahl von starkfarbigen Aquarellen entstand, die in ihrer Unmittelbarkeit an die kleinen Bilder erinnern, die August Macke auf seiner Reise mit Paul Klee durch Tunis mehr skizzierte als malte. Dennoch galt Krammes Vorliebe mehr den französischen Impressionisten, wovon viele seiner späten Bilder – Motive vom Teutoburger Wald, von Alt-Detmold und Umgebung – geprägt sind.

 

In seinen letzten Lebensjahren hat der Maler vorwiegend mit Pastellkreiden gearbeitet. Die Bilder dieser Zeit beweisen, mit welcher Meisterschaft Kramme das atmosphärische Leben der Natur mit ihren Licht- und Luftphänomenen zu behandeln wusste. In lippischen Galerien und in Privathand finden sich auch Zeichnungen und Radierungen aus den zwanziger Jahren, in denen er sich mit dem Expressionismus auseinandersetzte: Großstadtbilder mit Hinterhöfen, Fabrikanlagen, mit ihren abgehärmten Menschen.

 

Nach seinem Ableben findet m Herbst 1949 eine Gedächtnisausstellung für Walter Kramme im Gesellschaftshaus an der Ameide in Detmold statt, das zu diesem Zeitpunkt von der britischen Besatzung geräumt wurde. Dieser Ort sollte auch später für Ausstellungen des Künstlerbundes zur Verfügung stehen.

 

 

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(Fu 24)

 

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