Magnus Zeller 1888 - 1972

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»Eine aus Geist und Fantasie gespeiste, fast unerschöpfliche Erfindungsgabe und die Fähigkeit, über das real Greifbare hinaus die Urgründe des Seins durch die Beherrschung des Zeichnerischen und mit einem erstaunlichen Sinn für Farbe und Farbgebung in streng aufgebauter und geschlossener Komposition zur Darstellung zu bringen: diese Attribute sind die Merkmale für das Schaffen des Malers und Graphikers Magnus Zeller.« Das schrieb Hermann L. Schäfer in der Lippischen Landeszeitung in seinen Künstlerbiografien mitten in der lebhaftesten Schaffensperiode des Künstlers. Zeller stammte aus Mitteldeutschland (Harz), war 1908 bis 1911 in Berlin Schüler von Lovis Corinth, reiste nach Paris und Rom, lebte zeitweise in Blomberg/Lippe, ging wieder nach Berlin, wo er sich mit dem Expressionismus auf seine Weise auseinandersetzte. Zwei Jahre lang hatte er eine Professur in Dorpat/Estland inne, um aber bald wieder nach Lippe zurückzukehren, wo eine rege Tätigkeit als Maler und Graphiker begann und bis zu seinem Tode nicht mehr unterbrochen wurde. Die schönsten Arbeiten von Zeller sind die zahlreichen Bleistiftzeichnungen, oft nur in Postkartengröße als Skizzen für Gemälde gedacht. Einige erinnern an Otto Dix, sind zeit- und gesellschaftskritisch. Obwohl die Hinterlassenschaft aus etwa 30 Gemälden, 100 Aquarellen und Studien besteht, ist die Bedeutung Zellers in der Kunstwelt weithin – seinem künstlerischen Rang entsprechend – noch unbekannt. Einen Namen hat sich Zeller, vorwiegend in späterem Lebensalter, durch Buchillustrationen gemacht: Adalbert Stifter, E. T. A. Hoffmann waren einige der Autoren, die ihn am meisten zum Schaffen anregten.

Sein letztes Lebensjahrzehnt lebte Magnus Zeller in Kaputh bei Potsdam, wo er dem geliebten Berlin doch aus der Ferne »nahe« sein konnte. Arbeiten von seiner Hand finden sich in Privatbesitz in Blomberg, Schwalenberg und Detmold und wahrscheinlich auch in der DDR. Auch die Angehörigen in München sind im Besitz einer Reihe von graphischen Blättern.

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