Franz Emil Born 1881-1917

zurück ins Archiv ►

Franz Born ist ein wichtiger Vertreter aus der Frühzeit der Schwalenberger Malerkolonie. Der am 6. Januar 1881 in Frankfurt a.M. geborene Sohn des Bildhauers Franz Jakob Born absolvierte zunächst eine Lehre in der Werkstatt seines Vaters. Sein bekanntestes Werk als Bildhauer wurde der Marktbrunnen von Wiesbaden. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1902 zog er zunächst nach Berlin, studierte 1904/05 in München bei Fritz Hausmann, und kehrte anschließend wieder nach Berlin zurück. Franz Born wandte sich nun verstärkt der Malerei zu, insbesondere der Landschaftsmalerei. Bei seinem zweiten Berliner Aufenthalt nahm er in den "Studienateliers für Malerei und Plastik" Stunden bei Lovis Corinth und hörte möglicherweise schon dort durch Hans Bruch von Schwalenberg. Studienreisen führten Franz Born in verschiedene landschaftlich reizvolle Gegenden Deutschlands, ehe er 1910 in Detmold sesshaft wurde. Ein Jahr später kam er erstmalig zu einem längeren Aufenthalt nach Schwalenberg.

In seiner Schwalenberger Zeit entwickelte Born seine anfängliche Maltechnik der "breiten Striche" immer mehr zu den "Farbflecken" hin, wodurch die Bilder "heller, lichtdurchfluteter, zarter und atmosphärisch lebendiger wurden". Ein gewisser Hang zur Schwermut scheint jedoch bei Franz Born hinter der lichten Oberfläche oft durch, wie nicht nur viele seiner Bilder belegen, sondern auch folgende Worte, die er über Schwalenberg schrieb: "Vom Burgberge sieht man über das schöne lippische Land und hinten in blauer Ferne grüßt das Hermannsdenkmal von sanften Höhen herüber. Man sieht auch auf die roten Dächer des Städtchens, die so friedlich da unten träumen. Steigt dann der Wanderer, erquickt von der wunderbaren Aussicht, auf der südlichen Seite des Berges zu Tal, so trifft er bald zwischen bewachsenen Schutthügeln auf verlassene schiefe Grabsteine, - Insula Mosis. Es ist ein uralter jüdischer Friedhof. Ein blühender Heckenrosenstrauch inmitten verbrannter Dornbüsche und krüppeliger Gesträuche neigt seine Zweige über die zerbrochenen Steine und streut seine Blüten über die Gräber der Verlassenen. Das versöhnende Moment in dem Bilde der Trostlosigkeit."

Franz Born unterwies gelegentlich auch andere Maler in der Kunst der Landschaftsmalerei und richtete auf einem Gelände am Galgenberg, das dem Kaufmann Paul Aldegarmann gehörte, ein ständiges Atelier ein - von den damaligen Schwalenbergern "Malerhütte" genannt. Gewiss hätte Born die Schwalenberger Malerkolonie, die nach dem 1. Weltkrieg erst richtig aufblühte, noch mannigfaltig befruchten können, doch er überlebte den Weltkrieg nicht. In der für die damalige Zeit typischen Sprache klingt Franz Borns Ende wie folgt: "Zu Kriegsbeginn meldete sich Born, der zugleich ein glühender Patriot war, als Freiwilliger und kämpfte späterhin auf verschiedenen Kriegsschauplätzen. Auf dem Balkan erlag er am 29. August 1917 einem tückischen Fieber; er ruht mit vielen anderen deutschen Brüdern auf einem kleinen mazedonischen Soldatenfriedhof." (Text: Frank Jahnke)