Kurt Seifert 1902 - 1971

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Der Maler und Kunsterzieher Kurt Seifert, in Halberstadt geboren, lehrte bereits seit 1926 an der Bielefelder Luisen Realschule, nachdem er zuvor an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und 1924 seine Examina bestanden hatte. Während des Krieges kam Seifert in englische Gefangenschaft. Danach an die Luisenschule zurückgekehrt, konnte er 1965 nach seiner Pensionierung sich ausschließlich seiner Passion als Maler widmen. Die Ausstellungen, an denen Kurt Seifert in den Nachkriegsjahren beteiligt war oder die allein seinen Namen trugen, haben ihn weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt gemacht. Er gehörte zu jenen Künstlern, die ständig ihr technisches Vokabular erproben und wissen, dass das Suchen nach neuen, unserer Zeit adäquaten bildnerischen Mitteln ein ebenso legitimes wie weises Spiel ist, in dem allein sich Erfahrungen und Erkenntnisse umsetzen lassen. Dennoch war Kurt Seifert nie ein Exponent weltanschaulicher Schlagworte und fixer Ideen, sondern ein Mann des künstlerischen Wagnisses, der abseits aller formalistischen Engpässe nach eigenen Wegen suchte. Das machte seine Arbeiten so ungemein variabel und bewahrte ihnen gleichzeitig jenes innere Maß, mit dem sich die Gesetze der Ästhetik auf eine stille und anziehende Weise materialisieren ließen. Wer Kurt Seifert gekannt hat und schätzte, weiß, dass er bis zuletzt, vom großen Abenteuer der Kunst fasziniert, seiner schönen schöpferischen Gabe gelebt hat und darin Erfüllung fand.

(Aus einem Nachruf des Redakteurs Rudolf Grube, Bielefeld)